Frauen und Schmerz – ein „sensibles“ Thema
Das andere EmpfindenOb Migräne, Spannungsgefühle im Kopf, Rückenschmerzen oder Erkrankungen wie Fibromyalgie – Studien belegen eindeutig, dass Frauen im Vergleich zu Männern deutlich häufiger an (chronischen) Schmerzen leiden. Dieser Geschlechtsunterschied ist bislang wenig erforscht, doch erste Erkenntnisse weisen auf eine stärker ausgeprägte Schmerzsensibilität bei Frauen hin. Hier scheinen nicht nur Erziehung und gesellschaftliche Erwartungen eine Rolle zu spielen. Experten vermuten, dass Frauen durch ihre Menstruation sensibler für körperliche Signale werden. Regelbeschwerden wie Krämpfe oder Stechen könnten dazu beitragen, dass sich das Schmerzerlebnis im Nervensystem einprägt und dadurch die Schmerzempfindlichkeit steigt. Darüber hinaus wirkt sich das hormonelle Auf und Ab im monatlichen Zyklus aus: Wenn in der zweiten Zyklushälfte die Östrogenproduktion abnimmt, hat dies direkte Auswirkungen auf Botenstoffe mit schmerzhemmender Wirkung. Zusammenfassend lässt sich somit feststellen: Männer sind nicht wirklich härter im Nehmen, Frauen erfahren ein und denselben Reiz einfach früher als unangenehm und quälend. |
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Große Unterschiede in der StrategieAuch wenn Frauen mehr Schmerzen empfinden als Männer: Ihr Umgang mit den Belastungen scheint besser. Frauen lassen sich häufig in ihrer guten Laune auch durch starke Beschwerden weniger beeinträchtigen. Umfragen ergaben, dass Frauen weniger klagen, ihre Beeinträchtigung öfter verbergen und sich einen positiven Ausgleich im sozialen Umfeld suchen. Männer hingegen können mit Schmerzen oft weniger gut umgehen: Sie neigen nicht selten dazu, ihr Umfeld mitleiden zu lassen. |
Brauchen Frauen andere Schmerzmittel als Männer?Mit dieser Frage setzt sich die Medizin erst seit einiger Zeit auseinander. Bis vor kurzem wurden entsprechende Medikamente ausschließlich an Männern getestet, nach der Zulassung aber teilweise bis zu 80 % von Frauen eingenommen. Experten wünschen sich zudem, dass auch die Schmerztherapie stärker auf die geschlechtsspezifischen Besonderheiten von Frauen eingeht. Nur so kann sicher gestellt werden, dass Schmerzpatientinnen ausreichend Beachtung finden und optimal behandelt werden. |